Posts mit dem Label Kuriosum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kuriosum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 21. Februar 2013

Grab der Fahrräder


Unsere Zeit in Niigata ist fast vorbei. Heute habe ich es mal geschafft zwei Bilder auf zu nehmen. Durch Zufall habe ich in den letzten Tagen gleich zwei von diesen Fahrradfriedhöfen gefunden. Hier kommen wohl gebrauchte und überflüssige Fahrräder hin. Hunderte Räder gammeln hier rum.

Friedhof 1

Friedhof 2

Was haben die Räder? 
- Einen Platten und viel Rost.
Was fehlt den Rädern? 
- Etwas Fett und Pflege.
Was kosten diese Räder?
- Ein Apfel oder ein Ei.

Der erste fotografierte Platz sah noch ein wenig nach Verkauf aus, der zweite sah nur noch nach Schrotthaufen aus. Dabei ließen sich beim zweiten auch ganz viele Pedelec begutachten. Ich kann mich beim besten willen nicht vorstellen, dass hier ALLE Komponenten kaputt sind. Wäre ich in Deutschland, würde ich mir ein Rad dort erstehen. 

Ebike an Ebike

Für die Moped- und Motorradfaher unter den Lesern: Hinter den Bergen an Fahrrädern lagern berge an Mopeds, Rollern und Motorrädern.

Jetzt mal eine ernst gemeinte Frage an die Leser: Gibt es solche Fahrradfriedhöfe in Deutschland auch? Mir ist bislang noch keiner aufgefallen. Wenn mal ein Fahrrad im Sperrmüll liegt, dann ist es meistens schon weg, ehe der Sperrmüll abgeholt wird. Und auch auf den Schrottplätzen landen niemals so viele vollständige oder gar intakte Räder wie hier zu sehen sind.


PS: Die Beiden Pätze sind gerade mal 1km Fußweg voneinander entfernt. Wer weiß, wieviele hier noch in der Nähe sind und ich nur noch nicht entdeckt habe.



Montag, 18. Februar 2013

Schräges Japan: Kofferreparatur

Nachdem Sascha und Johanna hier angekommen sind, haben wir allerhand unternommen. Zum Beispiel Saschas Koffer repariert.
Die Rollen waren nicht geschmiert und durch den weiten Fußweg vom Bahnhof zur Unterkunft hat die Reibung so viel Wärme produziert, dass der Radbolzen sich durch die Plaste geschmolzen hat und das Rad nun blockiert ist.

Die Reparatur war ganz einfach:
  • 1x Schrankrolle (100 Yen*) 
  • 1x Säge (100 Yen*)
  • 1x Schraubenset (100 Yen*)
  • 1x Frühstücksbrett (100 Yen*)
Und schon bekommt der Koffer wieder Beine:


Fleißige Hilfe

Fast wie neu

Damit das nicht nocheinmal passiert, hinterher das ölen der restlichen Rollen nicht vergessen. Öl gibt es ja für 100 Yen*. Muss ja nur bis zum Flughafen in Tokyo halten.


* Preise exkl. MwSt

Dienstag, 12. Februar 2013

Schräges Japan: Schönheitsideale

Das Darstellungsbild von Frauen in Japan ist wirklich sehr sehr seltsam. Jeder kennt sie vielleicht, die Manga-Mädchen: Sehr dünn, sehr groß, viel zu großer Kopf mit riesigen Augen, dazu noch Klotzschuhe und kurzen Rock oder Schuluniform an und immer mit X-Beinen auf dem Bild. 
Ein Rudel Schulmädchen

Genau das hier beschriebene, ist auch das allgemein verbreitete Ideal, dem alle Frauen und Mädchen scharenweise nachlaufen.

Unauffälliges Bild von typischen Japanerinin

Ich habe hier genau diese Bilder gesehen. Es ist echt heftig. Die laufen stellenweise mit so kurzen Röcken rum, dass man eigentlich bei jedem Schritt irgendwas von Drunter sehen müsste. Wie Franzi schon raus gefunden hat, sind manche Röcke gar keine Röcke, sondern Hosen, die exakt wie Röcke aussehen, aber den Blick aufs Höschen verbergen. 
Die großen Augen werden mit Hilfe von viel Schmike und Frauenkram erzeugt, künstlichen Wimpern und sogar irgendwelche Klebestreifen, die man sich unter die Augen klebt und die die Lieder weiter auseinander zu ziehen. In Fotoautomaten können die Mädels Bilder von sich machen und die Bilder werden dann durch die Maschine nachbearbeitet und mit riesen Augen und ganz blasser Haut versehen. Wie es das Schönheitsideal vorschreibt.

Bilder aus Purikura

Als weiterer Punkt dem Ideal zu entsprechen, kommen noch die großen Schuhe hinzu. Ich habe in meiner gesamten Zeit hier fast keine Japanerin gesehen, die richtig laufen kann. Das liegt aber zum einen an den Schuhen. Die sind stehts zu groß und darum schlurfen die Japaner alle, da ihnen die Schuhe jeden Moment von den Füßen fallen. Das mit den großen Schuhen war schon angesprochen - schnell aus und in die Schuhe kommen. Was anderes wäre wohl eher unhöflich. 
Hier der andere Punkt, warum laufende Japanerinen seltsam aussehen: Das schlimmste an dem Schönheitsideal sind die X-Beine. Man sollte nicht glauben, das die hier verbreiten X-Beine vom vielen Knien kommen, erst recht nicht von Fukushima. Die X-Beine sind da, um wie ein sexy girl zu wirkt und soll zusätzlich etwas wie Beschützerinstinkt bei den Jungs hervor rufen. Das kann ich aber echt nicht verstehen, das Japaner darauf stehen, wenn ihre Freundin in hochhackigen Schuhen rum läufen, als sei sie der Augsburger Puppenkiste entsprungen. Es ist vor allem sehr erschreckend zu sehen, dass nicht nur Jugendliche so rumlaufen, auch erwachsene Frauen laufen so rum und bei denen ist das ein echter Gehfehler geworden. Die watscheln umher wie eine Ente und auch schon bei kleinen Kindern im Vorschul- und Grundschulalter ist zu sehen, dass diese nicht normal laufen können. Anfangs haben wir noch darüber gelacht aber je länger man das sieht, um so mehr ist es zum schreien.
Bitte nicht falsch verstehen, aber dieses komplette Land könnte einen Orthopäden vertragen, der das mal wieder richtet - dieses "Schönheitsideal".

Girlband bei öffentlichem Auftritt

PS: Welcher Punkt vom Ideal und der Realität sich in wieweit beeinflussen ist nicht ganz klar. Fakt ist, Mangamädchen und Japanerin sind sich sehr ähnlich.

Samstag, 9. Februar 2013

Schräges Japan: Supermarkterlebnis

Dieses kurze Foto, nicht besonders gut, aber gut zum erinnern, habe ich unterwegs aufgenommen. Was es hier in diesen Flaschen, mit der lustigen Katze drauf, zu kaufen gibt, ist nichts anderes als Helium. 
Will man in Deutschland wie eine Micky Mouse sprechen, muss man erst ewig mit den Eltern diskutieren, dass man das nur ganz kurz macht und sich am Gas nicht verschluckt und am Ende darf man doch kein Helium inhalieren. Dann muss man heimlich einen Heliumbalon aufkonoten und das Helium schnell inhalieren ehe es entweicht. 

Hier ist das einfacher: Einfach die Flasche, wie Sprühsahne in den Mund und abrücken. Dabei kommt bestimmt Spaß auf

Helium in Dosen

Donnerstag, 7. Februar 2013

Unterricht bei einem Fast-Nobel-Preis-Träger

Wir haben bei Prof. Sato unsere Vorlesung zum Thema Laser Engineering. In seiner Vorlesung geht es um die Entstehung von Licht in Laser, durch Verstärkung und Oszillation. Welche Typen von Laser es gibt und auch über die Energiebänder eines Laser.
Für alle Leser, die mit der Elektrotechnik an der OvGU vertraut sind: Die Grundlagen erinnern sehr stark an das Fach Elektronische Bauelemente bei Prof. Burte. Darauf wollte ich aber gar nicht so genau eingehen. 
Die letzte Vorlesung am Dienstag beschäftigite sich mit der laserbasierten Präzisionsspektrographie. Jedenfalls fing er die Vorlesung an uns zu erzählen, dass es 2005 eine Diskussion gab, ob er einen Nobelpreis für seine Arbeit zu diesem Thema bekommen sollte. Dieser Ging dann aber wohl doch zu Recht an John Lewis Hall, der zu der Zeit, der Professor von Sato war. Grund für die Diskussion, war ein Projekt an dem Sato mitgewirkt hatte. Die Grundlagen und ersten Seiten von Glaubers Arbeit beruhten auf Satos Forschungen, so dass die Überlegung aufkam, Sato den Preis zu verleihen. 
Sato sagte uns jedoch auch, dass sein Professor zu Recht den Preis verdieht hat, es ihn aber schon ein wenig mit Stolz erfüllte, in der Diskussion gewesen zu sein, einen Nobelpreis erhalten zu können.

Wenn ihr euch gerade nochmal fragt, wer dieser Sato war? Das ist der Professor, der beim reden immer die Augen geschlossen hällt. Und hier habe ich mal noch ein kurzes Foto von ihm. Nein, leider keines, wie er gerade mit geschlossenen Augen spricht. Die Gefahr, dass er eine Atempause macht und die Augen öffnet war zu groß. Aber hier eines, wie er in seinem Büro schnell noch ein weniges Telefonat zu erledigen hat. 
Dies Bild soll nur einmal den "Ordnungsfimmel" von Japanern verdeutlichen. Sein Büro ist keine Ausnahme in der Uni. 






PS: Pünktlich zum neuen Jahr hat er sein Büro aufgeräumt. Es sieht gerade sehr ordentlich aus. Als wir hier noch im alten Jahr ankamen herrschte ein weit größeres Chaos

Freitag, 18. Januar 2013

Schräges Japan: Stromnetz

Heute ein weiterer Beitrag unter dem Titel: Schräges Japan. Thema heute sind die Verteilnetze. Das japanische Stromnetz besitzt mit 100V das weltweit geringste Potential. Neu war für mich, dass die Japaner zwei komplett verschiedene Stromnetze besitzen. Eines arbeitet mit 50 Hertz, wie in Europa, der andere Teil besitzt eine 60 Hertzfrequenz. Das ist auch ein Grund, warum der Reaktorausfall von Fukushima so große Stromengpässe. 

Wir hier in Niigata gehören zum östlichen Teil Japans und werden mit 50Hz Netzfrequenz versorgt. Historisch hat damals Tokyo 1895 deutsche Maschinen von AEG importiert und den östlichen Teil mit Strom versorgt.
Ein Jahr später, 1896, wurden im westlichen Teil Japans, in Osaka, Maschinen aus den USA von General Electric installiert. Diese arbeiten mit 60 Hz und darum besitzt der westliche Teil ein 60 Hz Netz.
Da diese beiden Netze nicht direkt miteinander gekoppelt werden können, konnte auch nicht ohne weiteres das östliche 50 Hz Netz durch das 60 Hz Netz gestützt werden. Es gibt zwar den Higashi-Shimizu Frequency Converter und zwei weitere, die es ermöglicht die Frequenzen zu wandeln, doch den Ausfall eines ganzen Kraftwerkes können diese auch nicht kompensieren. Darum musste mehr auf Stromsparung geachtet werden.

Hier auf der Karte ist das nochmal zum anschauen und nachvollziehen.



Das es diese zwei Netze gibt, habe ich zuvor nicht gewusst. Darauf gekommen bin ich nur durch meine Spezialisierung auf das Themengebiet Energietechnik. 
Ich habe hier an der Uni einen Professor zugeteilt bekommen, der meine Spezialisierung fördert. 
Schon im letzten Jahr hat er mir die aktuellen Themengebiete des Instituts vorgestellt. Dabei kam auch das Themengebiet der Hochspannungsgleichstromübertragung (HGÜ) auf und dass diese Form der Energieübertragung dringend Notwendig ist für Japan. Auf die Frage warum das so dringend sei, wurde mir der Zusammenhang mit den zwei Netzen erklärt. 
Das Thema was ich mir gewählt haben hat mit Pumpspeicherkraftwerken mit einer Archimedischen Schraube zu tun. 

Hier mal noch ein paar Bilder von dem japanischen Kabelwahn. Das alles spinnenartig verkabelt sein kann, wisst ihr wahrscheinlich schon:





Das waren mit die ersten Bilder, die ich hier in Japan aufgenommen habe, einfach weil es so ungewohnt für mich aussah. Aber alles, was bei uns in der Erde vergraben wird, hängt hier 5m über dem Erdboden. So würde es bei uns sonst wohl auch nur aussehen.

Montag, 14. Januar 2013

Schräges Japan: Energiebewusstsein

Wir hatten ja jetzt schon einige Beiträge, in denen Preise genannt werden. Auch das es hier kalt und die Häuser schlecht isoliert sind, wurde schon angesprochen. Ich möchte mal kurz auf das Energiebewusstsein eingehen.

Ich bin äußerst froh, dass wir ein Stipendium besitzen und daher nicht so sehr aufs Geld schauen müssen. Wir haben bereits die erste Strom und die erste Gasrechnung bekommen. Da tauchte auch das erste Mal der Preis für Strom auf.

1kWh = 16,81 Yen

Der Preis liegt zwar unter dem deutschen Preis für Strom, wenn man aber bedenkt, dass fast ausschließlich mit Strom geheizt wird, der kann sich vorstellen, welche Summe am Ende es Monats zusammen kommt.

Reihe von Automaten

Blau = 4°C, Rot = 40°C
Dann gibt es da noch andere "Verschwender". Man bedenke nur, die ganzen Getränkeautomaten. Diese stehen in viel zu engem Abstand. Manchmal sind keine 200m von einander entfernt und dann steht nicht nur einer da, sondern meistens gleich zwei nebeneinander. Aus zuverlässiger Quelle haben ich erfahren, dass auf 20 Einwohner ein Verkaufsautomat kommen. Das ergibt über 6 Millionen Automaten in Japan.

Zu guter Letzt noch der Satz eines anderen Bewohners dieses Hauses: Wer einmal in einem Onsen war, weiß warum Japan Atomkraftwerke braucht.


Quelle: http://www.heise.de/ix/artikel/Konnichi-wa-1080890.html

Mittwoch, 9. Januar 2013

Schräges Japan: Fahrrad

Inzwischen sind Franzi und ich fast einen Monat hier und einige Kuriositäten sind uns schon unter gekommen. Ich werde demnächst mal immer wieder darüber schreiben.

Japan ein seltsames Land und so voller Gegensätze zu dem uns gewohnten. Das die alle auf der falschen Seite fahren ist ja noch okay. Da kann man sich noch raus reden und sagen wir sind die eigentlichen Falschfahrer. 
Hier aber mal etwas zum Thema Fahrrad, was ich bisher nicht wusste und was für mich noch immer unverständlich ist. Die Fahrräder mit denen alle Japaner unterwegs sind haben viel zu tiefe Sättel und wenn vorhanden eine rostige Kette. Hier mal sich Bilder von den Fahrrädern auf dem Campus. 

Schickes Rad, aber Öl ist Mangelware

Rad mit Riemenantrieb

Rad mit Kardernantrieb

Noch ein Rad mit Kardarnwelle

Man kann auch immer wieder Fahrräder mit Zahnriemen oder Kardarn als Antrieb sehen aber am häufigsten sind Ketten. Die sind dafür, mit Ausnahme von Neurädern immer rostig. Dabei gibt es sogar im 100 Yen Laden Ölfläschchen. Doch scheinbar haben die noch nie etwas davon gehört, dass mal Ketten ölen kann und die dann besser und länger funktionieren. Auch von Luft aufpumpen haben Sie wohl noch nie etwas gehört. Bis auf einige wenige dann aber gepflegte Rennräder fahren hier alle mit plattenartig wenig Luft rum. Warum? Da macht es doch nur wieder so anstrengend.

Wo wir gerade bei Rennrädern sind. Sicherheit ist gar kein Thema. Die Leute schließen ihr Rad sowas von unsicher an, dass würde bei uns keine Stunde stehen. Hier sieht das so aus. 

Diebstahlschutz?



Wie ich inzwischen schon erfahren habe, dürfen hier Fahrräder aber nicht mit in den Zug genommen werden. Darum haben viele Japaner zwei oder mehr Räder. Eines um von zu Hause zum Bahnhof zu kommen und eines vom Bahnhof zur Uni/Arbeit/wohin auch immer. Jetzt kommt es aber vor, dass Fahrräder nicht mehr benutzt werden. Vielleicht weil die Leute fertig sind mit Uni oder ein neues haben oder oder oder. Diese Fahrräder bleiben einfach stehen und werden dann nach einiger Zeit vom Campus gesammelt und verschrottet.
So eine Verschwendung wie ich finde. In Deutschland würden länger bewegte Fahrräder schon längst weg geholt wurden. Einige von den Fahrrädern haben sogar noch den Schlüssel vom Schloss stecken. 
Bei meinem Weg über den Campus konnte ich grob überschlagen gut 100-120 Fahrräder finden, die mit diesem roten Band und den Papierschildern gekennzeichnet wurden: "Bitte abholen bis zum XY"
Herrenlose Räder

Ansonsten sieht man auch immer wieder richtig verrottete Räder

E-Fahrrad im Schrott
Es tut mir Leid um die Fahrräder, zumal mir in Deutschland im letzten Jahr mehrfach mein Rad weg gekommen ist und hier sowas?!